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AGAPLESION EV. KRANKENHAUS BETHANIEN ISERLOHN
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58644 Iserlohn

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Leitender Arzt
Dr. med. Burkard Rudlof

Dr. med. Burkard Rudlof

Leitender Arzt

Klinik für Anästhesie

Anästhesie: Medizin rund um die Operation und mehr

Anästhesistinnen und Anästhesisten kümmern sich um die schonende, patientenbezogene und sichere Durchführung von Vollnarkosen, Teilbetäubungen oder der Kombination von beidem während und nach Operationen oder bei schmerzhaften Untersuchungen, Eingriffen und Geburten.

Sie werden uns (außer Sie kommen als Notfall zu uns) zunächst während des Vorgesprächs zur Narkose (Prämedikationsgespräch) kennen lernen. Dort möchten wir möglichst viel von Ihren Vorerkrankungen, Voruntersuchungen und Medikamenten erfahren (bitte bringen Sie alle verfügbaren Unterlagen mit). Wir besprechen dann mit Ihnen gemeinsam, welche Voruntersuchungen noch sinnvoll sind, welches Narkoseverfahren sich in Ihrem speziellen Fall eignet und ob wir Sie z.B. nach der Operation auf der Intensivstation oder schmerztherapeutisch weiter betreuen.

Durch die Spezialisierung unseres Hauses auf die Frauenheilkunde und Geburtshilfe haben wir als Anästhesisten*innen auch eine hohe Expertise in diesem Bereich. Sie werden ausschließlich von Fachärzten (mindestens 5 Jahre Spezialausbildung nach dem Studium) rund um die Uhr betreut.

Operationssaal

Im OP überwachen wir Ihren Kreislauf, Ihre Hirnfunktion und vieles andere mehr mit modernsten Überwachungsinstrumenten. Nachdem wir diese Geräte angeschlossen haben, beginnen wir mit der eigentlichen Narkose oder Teilbetäubung. Unsere Arbeit fängt an, wenn Sie schlafen!

Im Falle einer Vollnarkose erfolgt das Einschlafen und Aufwachen dank der modernen Narkosemedikamente sehr angenehm. Schon vor Beendigung der Narkose verabreichen wir Ihnen lang wirkende Schmerzmedikamente. Im Aufwachraum überwachen wir Sie dann noch so lange, bis wir Sie ohne Risiko auf die Station verlegen können. Das bedeutet, dass Sie wach sind, keine Kreislaufprobleme haben, die Schmerzen gut erträglich sind und keine Übelkeit oder Erbrechen vorliegen. In seltenen Einzelfällen kann es hier auch mal zu der Entscheidung kommen, sie eine Nacht auf der Intensivstation zu überwachen. Dies dient immer Ihrer Sicherheit.

Akutschmerztherapie nach der Operation

Leider ist das Ziel der kompletten Schmerzfreiheit nach großen Operationen fast immer unmöglich zu erreichen. Wir streben daher an, dass die Schmerzen sehr gut erträglich sind, so dass Sie sich erholen können und der Körper die Ruhe bekommt, die er braucht um den Heilungsprozess zu beginnen. Dazu brauchen wir Ihre Mithilfe. Nur Sie wissen, ob Sie Schmerzen haben oder nicht! Es existiert kein Gerät, welches Schmerzen objektiv erfassen könnte. Deshalb melden Sie sich bitte. Jede gute Schmerztherapie beinhaltet eine so genannte „Rettungsmedikation“.

Vielleicht haben wir vor der Operation mit Ihnen einen so genannten Schmerzkatheter (z.B. Periduralkatheter auch PDA oder PDK) besprochen. Dann kommen wir regelmäßig zu Ihnen und erkundigen uns nach Ihrem Befinden.

Kreißsaal und Geburt

Das Wort Kreißsaal findet seinen Ursprung in dem Wort Kreischsaal. Geburten sind mit Schmerzen verbunden und deshalb heißen Wehen auch Wehen. Es gibt aber viele Methoden die Wehen gut erträglich zu machen.

Schmerzen sollen uns warnen, damit wir uns schonen und Schutz aufsuchen. Die Erfolgsgeschichte der Menschheit beruht übrigens mit sehr großer Sicherheit nicht auf rücksichtslosen Egoisten, sondern dass im Gegensatz zu den meisten Tieren schon die Frühmenschen Verletzte wieder gesund gepflegt haben und damit wertvolle Mitglieder Ihrer Gesellschaft erhalten haben.

Wehen sorgen dafür, dass Sie sich in den Schutz der Gemeinschaft - meist in den Kreissaal - begeben.

Eigentlich könnten die Wehen jetzt aufhören. Tun Sie aber leider nicht. Schmerzen sagen uns normalerweise, dass etwas nicht stimmt, dass wir uns verletzt haben, schwere Krankheit oder sogar Schlimmeres droht. Das ist aber bei einer Geburt nicht so. Im Gegenteil: Es steht gerade ein wunderschönes Ereignis bevor. Alleine sich das klar zu machen, kann das Schmerzerleben stark verändern.

Ihre Hebamme ist die wichtigste „Schmerztherapeutin“ vor und während der Geburt. Nehmen Sie bitte an allen Vorbereitungskursen und besonders der Gymnastik teil. Der Unterschied ist wissenschaftlich bewiesen und er ist groß! Vertrauen Sie dabei auf die Ratschläge Ihrer Hebamme. Sie sorgt durch Lagerungen, Bäder, vieles andere mehr und nicht zuletzt durch Zuspruch für Ihr Wohlbefinden.

Dazu etwas vorab. Die am einfachsten zu therapierenden Schmerzen sind gleichbleibende Dauerschmerzen. Einfach gesagt, dosiert man das Schmerzmedikament dann so hoch, bis die Schmerzen erträglich sind.

Wehen kommen aber mit Unterbrechungen. Dosiert man ein Medikament ausreichend für eine Wehe, so ist es nach der Wehe völlig überdosiert und kann schwere Nebenwirkungen auslösen.

Dafür gibt es zwei Lösungen, die in unserem Haus angewandt werden:

  1. Man dosiert das Schmerzmedikament sehr niedrig, so dass die Wehe besser auszuhalten ist, aber noch keine schweren Überdosierungserscheinungen nach der Wehe auftreten.
  2. Die Periduralanästhesie ist der „Klassiker“ und bietet ohne Frage die beste Schmerztherapie, weil hier örtliche Betäubungsmittel zum Einsatz kommen, die außer vorübergehend tauben Oberschenkeln auch nach der Wehe kaum Nebenwirkungen haben. Wenn Sie dieses Verfahren wünschen, werden wir Sie in einem ausführlichen Gespräch über die Anlage und Nebenwirkungen informieren. (Bild)

Manchmal wird ein Kaiserschnitt geplant durchgeführt. Dann haben wir lange genug Zeit, Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten zur Schmerzausschaltung zu erklären.

Manchmal muss es aber sehr schnell gehen und dann wäre es schön, wenn Sie sich vorher schon mal Gedanken gemacht hätten, damit wir das Ihren Wünschen entsprechende Verfahren durchführen können. Es gibt zwei Methoden, die rein medizinisch gesehen, als gleichwertig angesehen können. Diese möchten wir Ihnen kurz vorstellen, damit Sie sich besser entscheiden können.

  1. Bei der Vollnarkose wird das Bewusstsein durch Medikamente ausgeschaltet. Damit das Baby diesen Medikamenten möglichst wenig ausgesetzt ist, beginnen wir mit der Narkose erst nachdem alle vorbereitenden Maßnahmen wie Desinfizieren der Bauchdecke und steriles Abdecken abgeschlossen sind. Die Geburt Ihres Babys verschlafen Sie und meist empfängt Sie Ihr Partner*in im Kreissaal mit dem Baby nachdem Sie aus der Narkose erwacht sind. In Notfällen gibt es aus Zeitgründen manchmal keine andere Möglichkeit.
  2. Bei der Spinalanästhesie (ist so ähnlich wie eine PDA) wird nach einer örtlichen Betäubung der Haut mit einer sehr dünnen Nadel eine geringe Menge eines örtlichen Betäubungsmittels in den so genannten Spinalraum (weit unterhalb des Rückenmarks!) injiziert. Danach kommt es sehr schnell zu einer kompletten ungefähr 2-4 Stunden andauernden Schmerzausschaltung der unteren Körperhälfte. Das Baby wird durch dieses Medikament nicht beeinträchtigt und Sie sind während der Geburt wach und können Ihr Neugeborenes, nachdem die Kinderärzte es untersucht haben, schon im Arm halten. Viele Frauen bevorzugen dieses Verfahren und auf Grund unserer persönlichen Erfahrungen raten wir auch dazu, aber es bleibt natürlich Ihre persönliche Entscheidung.